Lavendel
ein pflanzliches Arzneimittel
Lavendelblüten
Der Duft, der Körper und Seele zur Ruhe kommen lässt.
Kennst du diesen Duft?
Schließe für einen Moment die Augen und stell dir einen warmen Sommertag vor. Die Sonne scheint, Bienen summen zwischen violetten Blüten und ein leichter Wind trägt einen unverwechselbaren Duft zu dir herüber.
Genau das ist Lavendel.
Vielleicht verbindest auch du seinen Duft mit Urlaub, Entspannung oder einem gemütlichen Abend im Garten. Und das Schönste daran: Schon wenige Blüten reichen aus, um dieses Gefühl wieder aufleben zu lassen. Reibe einfach einige getrocknete oder frische Lavendelblüten zwischen deinen Fingern und atme tief ein. Oft spürt man schon nach wenigen Atemzügen, wie sich Körper und Gedanken entspannen.
Lavendelhydrolat selbst herstellen
Unser erstes Lavendelhydrolat ist als echtes Familienprojekt entstanden. Während meine Schwester den Lavendel in Opas Garten zurückgeschnitten hat, durfte ich ihn zu Hause weiterverarbeiten. Mit Omas altem Dampfgarkörbchen entstand daraus ein wunderbar duftendes Lavendelhydrolat, das inzwischen meinem kleinen, gartenbegeisterten Neffen hilft, am Abend zur Ruhe zu kommen und entspannt einzuschlafen.
Das benötigst du
- frische Lavendelblüten
- einen großen Kochtopf mit Deckel
- ein Dampfgarkörbchen oder Dämpfeinsatz
- eine saubere hitzebeständige Tasse
- sauberes Wasser
- Eiswürfel
- eine saubere Sprühflasche zum Abfüllen
So funktioniert es
Stelle das Dampfgarkörbchen in den großen Topf und verteile die zerkleinerten Lavendelblüten darauf. Platziere anschließend mittig eine saubere Tasse. Nun füllst du vorsichtig sauberes Wasser in den Topf, ohne dass Wasser in die Tasse gelangt.
Lege den Topfdeckel umgekehrt auf den Topf, sodass der Griff nach unten über der Tasse sitzt. Bringe das Wasser zum Kochen und lasse es anschließend auf kleinster Stufe sanft köcheln.
Während des Kochens steigt der Wasserdampf nach oben und löst die wertvollen Duftstoffe aus den Lavendelblüten. Am kalten Topfdeckel kondensiert der Dampf wieder zu kleinen Tropfen. Diese laufen durch die umgedrehte Form des Deckels zur Mitte und tropfen direkt in die Tasse. Dort sammelt sich nach und nach das destillierte Lavendelhydrolat.
Damit möglichst viel Wasserdampf kondensiert, kannst du den Topfdeckel zwischendurch immer wieder mit einigen Eiswürfeln kühlen.
Lasse den Topf so lange auf kleinster Stufe köcheln, bis sich ausreichend Hydrolat in der Tasse gesammelt hat oder das Wasser im Topf nahezu verdampft ist.
⚠️ Vorsicht: Beim Abnehmen des Deckels entweicht heißer Wasserdampf. Öffne den Topf deshalb immer vorsichtig.
Nach dem Abkühlen kannst du das Lavendelhydrolat in eine saubere Sprühflasche füllen.
Anwendung
Das selbst hergestellte Lavendelhydrolat eignet sich wunderbar als sanfter Gesichts- und Körperspray. An warmen Sommertagen sorgt es für eine angenehme Erfrischung und der feine Lavendelduft schenkt vielen Menschen ein Gefühl von Ruhe und Entspannung.
Lavendel – ein Duft für viele Momente
Lavendel lässt sich auf viele verschiedene Arten genießen.
Ein kleines Duftsäckchen mit getrockneten Blüten im Kopfkissen oder auf dem Sofa verbreitet seinen angenehmen Duft über viele Monate und lädt zum Entspannen ein.
Wer gerne experimentiert, kann sogar das eigene hergestellte Lavendelhydrolat als sanftes Gesichtswasser, für selbstgemachte Naturkosmetik oder auch zum Aromatisieren von Wasser und feinen Speisen verwenden.
Auch beim Räuchern wird Lavendel seit langer Zeit geschätzt. Ihm wird nachgesagt, dass er beide Gehirnhälften harmonisiert, das Herz öffnet und eine friedliche Atmosphäre schafft.
Eine Heilpflanze mit langer Geschichte
Lavendel begleitet die Menschen seit vielen Jahrhunderten. Bereits die berühmte Heilkundige Hildegard von Bingen beschrieb seine wohltuenden Eigenschaften und schätzte ihn als wertvolle Heilpflanze.
Heute ist seine Wirkung wissenschaftlich gut untersucht. Als pflanzliches Arzneimittel darf Lavendel innerlich bei nervöser Unruhe, Erschöpfungszuständen, Angstgefühlen und Einschlafstörungen angewendet werden.
Auch die Kommission E, das wissenschaftliche Sachverständigengremium für pflanzliche Arzneimittel, beschreibt seine beruhigenden, entspannenden, ausgleichenden und krampflösenden Eigenschaften. Gerade in stressigen Zeiten kann Lavendel dabei helfen, wieder etwas mehr Ruhe in den Alltag zu bringen.
Äußerlich wohltuend
Nicht nur der Duft, sondern auch äußerlich angewendet kann Lavendel ein kleiner Helfer sein.
Traditionell wird er verwendet bei:
- juckenden Insektenstichen
- leichten Verbrennungen
- Hautunreinheiten
- geschwollenen Augen
Seine sanften Eigenschaften machen ihn zu einer beliebten Pflanze in der Naturkosmetik.
Mein Tipp für dich
Wenn du das nächste Mal gestresst bist oder dir einfach eine kleine Auszeit gönnen möchtest, brauchst du oft gar nicht viel.
Nimm einige Lavendelblüten in die Hand, verreibe sie zwischen den Fingern und atme den Duft ganz bewusst ein.
Manchmal genügt genau dieser eine Moment, um den Alltag für einen Augenblick loszulassen.