Gierschblätter
Die pure Grünkraft
Giersch – entdecke, was in ihm steckt
Hildegard von Bingen prägte den Begriff der Grünkraft – und kaum eine Pflanze passt besser zu diesem Gedanken als der Giersch. Sie schätzte ihn als wertvolles Heilkraut. Während viele Gärtner den Giersch als lästigen Gartenschreck kennen und versuchen, ihn loszuwerden, steckt in ihm so viel Wertvolles. Warum ihn also bekämpfen? Essen Sie ihn einfach auf.
Ab in die Küche
So kannst du Giersch verwenden
Die jungen, frischen Blätter kannst du wie Petersilie als würziges Grün verwenden. Und keine Sorge vor großen Mengen: Schneide den Giersch einfach großzügig ab – statt ihn auszureißen. Werden die Wurzeln verletzt, treibt er umso kräftiger wieder aus.
Giersch schmeckt wunderbar …
- fein geschnitten in Suppen und Soßen
- frisch in Salaten
- in Kräuterbutter und Kräuterquark
- als grünes Extra im Smoothie
- zu würzigem Pesto verarbeitet
- als „Spinat“-Gemüse gedünstet
- frisch oder getrocknet als Tee
- und natürlich überall dort, wo sonst Petersilie zum Einsatz kommt
Giersch mit Blüten auf Zypern im Januar
Erfrischende Giersch-Kräuterlimonade
Im Sommer kannst du die frischen Gierschblätter und gerne auch die Blüten für eine einfache Kräuterlimonade verwenden. Gib sie in Leitungswasser und verfeinere das Ganze mit einem Schuss Apfelessig.
Wer es etwas aromatischer mag, kann zusätzlich Melisse, Minze und Gundermann dazugeben und die Limonade mit etwas Apfelsaft abrunden.
Eine wunderbar einfache Möglichkeit, den Giersch einmal ganz anders kennenzulernen.
Quelle: LunaHerbs
Botanische Besonderheiten
Giersch bitte nur sammeln, wenn du ihn absolut sicher erkannt hast. In seiner Familie gibt es giftige Verwechslungsmöglichkeiten. Deshalb gilt: Erst kennenlernen, dann sammeln.
Ein hilfreicher Merksatz für den Giersch ist die „Drei“: Seine Blätter sind dreiteilig aufgebaut und die einzelnen Blättchen wiederum dreigeteilt. Auch der Blattstiel ist dreikantig und im Inneren hohl.
Hat man diese typischen Merkmale einmal bewusst entdeckt und sich eingeprägt, wird der Giersch schnell zu einem vertrauten Begleiter am Wegesrand.
Meine Begegnungen mit dem Giersch
Ich freue mich immer riesig über die kleinen Giersch-Teppiche. Ein Pflänzchen kommt selten allein – und genau das macht den Giersch so besonders. Er lässt sich großzügig abschneiden und schon bald wachsen viele neue, frische dreiteilige und dreigeteilte Blätter nach. So gibt es eigentlich immer etwas Grünes zum Naschen.
Ich habe sogar die kleinen Gierschpflänzchen auf meinem Balkon und kann mir dort jederzeit ein paar frische Blätter holen. Gerade in diesem Sommer haben mich der Giersch und die Brennnessel besonders überrascht: Trotz der großen Hitze stehen sie tapfer am Wegesrand und halten ihr Grün für uns bereit.
Und dann war da noch mein schönstes Urlaubserlebnis am Bodensee: Plötzlich hat sich ein kleiner Igel durch den Giersch am Gartenzaun gedrückt und neugierig bei uns vorbeigeschaut. Ein ganz besonderer Moment – mit dem gesunden Giersch.
Was steckt im Giersch?
Giersch, auch Wiesenpetersilie genannt, enthält unter anderem:
- Vitamin C
- Eisen
- Carotin
- Calcium
- Kupfer
Seine wertvollen Inhaltsstoffe machen ihn zu einem interessanten Wildkraut, das sich wunderbar in die tägliche Küche integrieren lässt.
Achtung
Giersch bitte nur ernten, wenn du ihn wirklich sicher bestimmen kannst.
Der Giersch gehört zu den Doldenblütlern. In dieser Pflanzenfamilie gibt es auch giftige Verwechslungsmöglichkeiten. Deshalb solltest du ihn nur sammeln, wenn du die typischen Erkennungsmerkmale sicher kennst und die Pflanze eindeutig bestimmen kannst.